Zambia – Take A Walk On The Wild Side

Two Worlds…and a Party

Für’s Wochenende hatte Cecilia mich auf eine Kitchen Party eingeladen.

Eine Kitchen Party ist so etwas wie ein Junggesellinnenabschied. Es ist eine Feier, die normalerweise vor der Hochzeit statt findet (die Feier zu der wir gingen fand allerdings nach der Hochzeit statt, am Morgen hatte die kirchliche Zeremonie stattgefunden) und zu der nur Frauen eingeladen sind. Aber es ist ziemlich anders als ein Junggesellinnenabschied. Eine Kitchen Party soll die Frau auf die Ehe vorbereiten, auf ihre Pflichten als Ehefrau.

Natürlich brauchte ich ein Geschenk, also gingen Cecilia und ich am Freitagnachmittag auf den Kamanga Market, der nur ein paar Meter von der Schule enfernt war.

Cecilia sagte, dass ich nun ein Sambia sehen würde, das ganz anders sei als das in dem meine Gastfamilie zuhause war. Ich würde nun das echt Sambia sehen. Ich war gespannt.

Und sie hatte recht.

Es war komplett anders. Wie eine andere Welt.

Glücklicherweise hatte ich an diesem Tag geschlossene Schuhe angezogen, denn auch wenn es sonst fast überall trocken war, war der Weg zwischen den Ständen und Häuschen sehr schlammig und teilweise komplett von Pfützen bedeckt. Überall war Müll, noch mehr als sonst. Der Schlamm war nicht rostrot wie sonst sondern pechschwarz. Wir gingen eine kleine Gasse gesäumt von Ständen, Lädchen, Kneipen und Müllhaufen entlang auf der man alles mögliche kaufen konnte: Geschirr und Besteck, Kleidung, Gemüse, halbtote in einem kleinen Käfig eingesperrt Hühner…

Es stank schrecklich. Je näher man einem der Müllhäufen kam, desto weniger wollte man atmen.

Plötzlich kam mir die Gegend in der ich wohne,unglaublich „reich“ und gepflegt vor. Es ist schon seltsam, wenn man bedenkt, dass diese zwei „Welten“ nur von einer Strasse getrennt sind.

Nach einer Weile kamen wir zu einigen überdachten Ständen, fanden ein „Tee Set“ in Gold, das Cecilia passend fand und machten uns dann dort auf die Suche nach Geschenkpapier. Man kann dort wirklich alles finden, in den kleinen muffigen Läden, deren Wände bis nach ganz oben mit verschiedenen Produkten vollgestopft sind. Auch unser Geschenkpapier fanden wir nachdem wir an verschiedenen Friseursalons, an weiteren Kleiderständen und an einem Raum der mit Elektroschrott bis oben vollgekippt war vorbeigelaufen waren und in einem kleinen Laden nachgefragt hatten, den zu dem Zeitpunkt ein kleiner Junge führte.

Als wir uns wider auf dem Rückweg befanden fragte ich Cecilia, ob sie noch einmal mit mir und meiner Kamera auf den Markt gehen würde. Sie stimmte zu.

Also, Fotos werden hoffentlich irgendwann kommen.

Am Samstag holte Cecilia mit ihrer Tochter Luwi („Loui“, 20 Monate) und ihrer Nichte Thelma ab und zusammen fuhren wir zu Ort an dem die Kitchen Party satt fand.
Auf einer Rasenfläche standen viele Plastikstühle von denen viele bereits von Frauen belegt waren, die sich mit Regenschirmen vor der Sonne schützten. Wir setzten uns nach hinten, in die Plätze die bald im Schatten sein würden und warteten darauf, dass das Programm begann.

Nach einer ganzen Weile fing die Vorstellung an.

Die Matronin der Braut begann mit einer Rede die wohl sehr lustig war. Leider konnte ich nicht wirklich viel mitlachen, weil alles natürlich auf Chi-Njanja war und Cecilia und Thelma mir natürlich nicht alles übersetzen konnten. Bald begannen einige Frauen zu trommeln und die Matronin zu tanzen. Es dauerte nicht allzu langebis sie von anderen Frauen abgelöst wurde. Viele Frauen standen auf und begannen ihr Hüften in den unmöglichsten Arten zu bewegen. Der ganze Tanz ging von den Hüften aus. Das Hinterteil weit rausgestreckt wurde die Hüfte gerüttelt, geschüttelt, gekreist, gehoben und gesenkt.

Nach ungefähr einer Stunde wurde die Braut unter einem Tuch verborgen, von ihrer Familie unter einen Baum geführt der hinter der „Bühne“ stand. Dort sass sie nun für eine ganze Zeit und schwitzte dabei wahrscheinlich schrecklich unter dem Tuch.

Zwei Frauen traten vor und einmal mehr wurde mir bewusst wie viel wichtiger der Glauben für die Menschen hier ist. Oder auf jedenfall wie viel öffentlicher der Glaube gelebt wird. Schon bei der ersten Begegnung ist der eigene Glaub wichtig. „What church do you go to?“ ist ungefähr die fünfte Frage die einem von einem neuen Bekannten gestellt wird.

Die erste Frau sprach ein Gebet und die zweite hielt eine Rede die sich um die Rolle der Ehefrau drehte. Ich muss zugeben, dass mich diese Rede ziemlich…naja, geschockt hat. Sie sprach nur von den Pflichten denen die Ehefrau gegenüber ihrem Ehemann nachkommen muss. Sie muss ihm nicht nur ein Haus bauen, sie sollte ihm ein Zuhause bauen, sie muss gut kochen können und so weiter und so fort. Ich kann es gar nicht so aufschreiben wie sie es gesagt hat. Sie hielt nicht nur eine Rede, sie predigte, leidenschaftlich brüllte sie in das Mikrofon, dass eine Frau sich ihrem Ehemann unterordnen muss und alles tun muss um ihm ein wunderbares Leben zu bereiten. Als letztes kam sie noch auf Adam und Eva zu sprechen. Auf die Sünde mit der alles begonnen hatte „That’s how we (women) are!!!“

Ich fragte Thelma, wer diese Frau sei. Sie wusste es nicht, sagte aber, dass es wahrscheinlich eine Bekannte sei, die der Braut „Worte der Unterstützung“ mitgeben wollte. Bitte???? Unterstützung?? Wenn ich diese Rede kurz vor meiner Hochzeit gehört hätte, wäre ich so schnell weggewesen wie ich nur könnte.
Aber ich schien wohl die einzige Anwesende zu sein, die das so sah. Alle anderen Frauen bestätigten die Rednerin immer wieder mit lauten Zurufen und viel Applaus am Ende.

Nach diesem erheiternden Teil des Nachmittags wurde der Bräutigam hergeführt. Auch inmitten seiner Familie, aber unverdeckt.

Nun bildeten die Familien des Brautpaars eine Traube um die Braut, sangen, klatschten und tanzten und der Bräutigam übergab der Braut ein Geschenk. Als sie den Blick auf die Braut freigaben war ich sehr überrascht, da die Braut, ganz und gar nicht glücklich aussah. Aber ich sagte mir, dass das wahrscheinlich auch irgendwie zu der Tradition gehöre. Erst später sagt mir Cecilia, dass das ganz und gar nicht normal und sie selbst auch sehr überrascht darüber gewesen wäre.

Der Bräutigam setzte sich auf einen Stuhl zwischen zwei andere Männer (vermutlich sein Vater und sein Bruder). Nun sollte die Braut ihrem Zukünftigen ein Geschenk überreichen. Sie ging, eingerahmt von zwei anderen jungen Frauen, knicksend auf die Männer zu und kniete sich dann vor dem Braütigamm auf den Boden. Als sie ihm das Geschenk übergab, lag sie flach auf dem Boden.
Nach der Rede der Frau überraschte mich diese Zeremonie nicht mehr wirklich. Es passte ja irgendwie alles zusammen.

Nachdem der Bräutigam sein Geschenk erhalten hatte wurde er verabschiedet. Die Braut geleitete ihn aus der Frauenrunde und während sie Arm in Arm an den Rand des Rasens gingen, zwinkerte der Mann den „Zuschauern“ zu.

Am Ende der Feier begaben sich alle Besucher zu einem Buffet und Musik ertöhnte aus schlechten Lautsprechern.

Als wir auf dem Weg nach Hause waren erzählte Cecilia von Problemen die dieses Paar gehabt hatten und dass diese Kitchen Party alles andere als perfekt gewesen war.

Am Montag in der Schule erzählte sie mir, dass es nach der Feier einen Streit um die Geschenke zwischen den Familien gegeben hatte und der Abend geendet hatte indem beide Seiten versuchten alles zu bekommen was sich in ihrer Nähe befand und der Bräutigamm zu der Braut sagte, dass sie in dieser Nacht nicht in ihrem gemeinsamen Haus übernachten solle sondern lieber bei ihren Eltern bleiben sollte. Ein nicht so perfekter Start in die Ehe.


A girl I saw at the kitchen party


And another one…


And Luwi!


Thelma with Luwi.


The matron with bride and groom.

On the weekend Cecilia had invited me to go to a Kitchen Party with her.

A Kitchen Party is similar to a hen night. It is a festivity that usually takes place before the wedding (the Kitchen Party we went to actually took place just after the wedding had happened) and to which only women are invited.  But apart from these things it is very different from hen night.

A Kitchen Party is supposed to prepare the woman for the duties that come with being someone’s wife.

For that I needed a present, so Cecilia took me to Kamanga Market on Friday afternoon.
Cecilia said that now I’d see a completely different Zambia than the one I see where I stay. Now I would see the real Zambia. I was very nervous and excited.

And she was right.

It was completely different. Like a different world.

Luckily I was wearing closed shoes that day, because even though nearly everywhere else the ground was dry, the path between the stalls and little shops was very muddy and partly completely covered by puddles. Everywhere was rubbish, even more than I’d seen before. The mud didn’t have the red colour it has normally but was pitch black. We walked along the alley that was lined by stalls, shop, bars and heaps of rubbish where you could by all kinds of things: Plates, pots, cutlery, clothes, vegetables, half-dead chicken…

It smelled really bad. The closer you got to one of the big piles of rubbish, the less you wanted to breathe.

Suddenly the area where I live seemed extremely “rich” and “neat” to me. It is hard to imagine that these “two worlds” are separated only by a road.

After a while we came to the main market, many stalls underneath a roof. There we found a golden tea-set that Cecilia thought would fit. Then we only needed wrapping paper. You can really get anything in this market, in these small, musty shops with walls covered with all kinds of products. We also found wrapping paper. After we had passed by various hairdressers, people selling clothes and a small room that was filled with electronic waste and had asked in a tiny shop that seemed to be “run” by a little boy.

When we were on our way back I asked Cecilia if she would take me here another time, with my camera. And she said yes.
So, I hope pictures are coming soon.

On Saturday I was picked up by Cecilia with her daughter Luwi (“Loui”, 20 months) and her niece Thelma. Together we went to the place where the party as happening.

It took place outside and many of the chairs were already takes by women who were hiding from the sun underneath their umbrellas. We found seats in the back, luckily, because those would soon be in the shade, when the sun began to set.

After a while the programme started.

The matron of the bride gave a speech that seemed to be very funny. Unfortunately I could not laugh with the others most of the times, because she was talking in Chi-Nyanja and Cecilia and Thelma could obviously not translate everything she said. Soon a couple of women began to play the drums and the matron started dancing. It didn’t take long for other women to join her. Many women just stood up and started moving their hips in the most unbelievable way. The whole dance started in the hips. The behind was pushed back and the hips were shaken, circled, lowered and lifted.

After an hour or so the brides, covered by nice cloth, was being led by her family. She was sat in the shade of a tree in front of the visitors.

Two women went to the microphone and once again I was reminded how much more important faith is for the people in this country. Or better: how faith is lived much more openly. Even when you’ve just being introduced to someone, your belief is important. Approximately the fifth question you’ll be asked is “What church do you go to?”

The first woman said a prayer and the second one made a speech that was about the role of the wife. I have to admit that this speech…well, shocked me. She only talked about the obligations that a wife has towards her husband. She doesn’t just have to build him a house, she has to make it his home, she has to be able to cook and so on…I can’t really repeat it the way she was saying it. She didn’t just make a speech, she was preaching. Passionately she shouted into the microphone that the woman has to subordinate herself to her husband and has to do everything to make his life wonderful. In the end she mentioned Adam and Eve. She mentioned the sin with which everything had started, “that’s how we (women) are!!!”

I asked Thelma who this woman was. She didn’t know but said that it was probably just a relative who wanted to tell the bride “words of encouragement”. Excuse me???? Encouragement?? If I would have heard that speech just before my wedding, I would have run away as fast as possible.

But I seemed to be the only one feeling that way. All other women encouraged her with loud cheers and a lot of clapping at the end.

After this uplifting part of the afternoon, the groom came, uncovered, with his family.

Now the families of the couple gathered around the bride, singing, clapping and the groom gave a present to his bride. When the bride was visible to us for the first time, I was very surprised. The bride did not look happy at all. I told myself that this was probably part of the tradition, but later on Cecilia told me that it was not and that she had been very surprised herself.

The groom said on a chair in between two other men (probably his brother and his father). Now it was on the bride to give him a present. She walked towards him, with a woman on each side. She curtsied till she reached him and then knelt down in front of him, only to lie down completely as she gave him the present.

Because of the speech this part of the ceremony didn’t really surprise me. Everything was along the same lines…

After the groom had gotten his present he was seen off (?). The bride walked him to the car park and while they were walking arm in arm he winked to the “audience”.

At the end of the day a buffet was opened and loud music was played.

On our way back Cecilia told me about the problems the couple had already had and that this Kitchen Party had been anything but perfect.

In school on Monday she told me that there had been a fight between the two families about the presents. In the end both sides had grabbed everything they could. The groom had told the bride to not even bother coming to their house that night, but that she should stay with her parents.
Not the perfect start for a marriage.

This entry was published on February 23, 2012 at 3:40 pm and is filed under Uncategorized. Bookmark the permalink. Follow any comments here with the RSS feed for this post.

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